Fragen und Antworten zu Neurodermitis


1. Neurodermitis ist in den letzten Jahrzehnten immer häufiger geworden. Schätzung gehen davon aus, dass 10 - 15 % der Kinder in Deutschland betroffen sind. Wird da vielleicht zu häufig und schnell bei Juckreiz auf Neurodermitis geschlossen - oder sind die Zahlen wirklich so hoch?

Leider kann ich aus meiner langen ärztlichen Erfahrung bestätigen: Die Neurodermitis ist in der Tat in geradezu dramatischer Weise angestiegen!
Erinnere ich mich zu Beginn meiner Tätigkeit in einer Münchener Kinderklinik Ende der fünfziger Jahre nur an Einzelfälle mit mäßiger Ausprägung, z.B. an Ellenbeugen und Kniekehlen, werden mir heute immer wieder schon Säuglinge in die Praxis gebracht, deren Haut fast von Kopf bis Fuß gerötet ist, nässt, schuppt und die Kleinen Tag und Nacht durch einen kaum zu beeinflussenden Juckreiz quält. Dass eine Neurodermitis zu häufig diagnostiziert wird, wie dies bei dem Zappelphilipp- oder Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) vermutet wird, kann ich mir bei dieser Erkrankung nicht vorstellen, sind die Hautveränderungen doch so typisch, dass sie schon vom Laien erkannt werden können.

2. Was ist Neurodermitis überhaupt? Eine Allergie? Eine Erbkrankheit? Eine Hautstörung? Eine Immunstörung?

Alle drei Faktoren treffen zu, denn sie hängen zusammen. An einer erblichen Veranlagung kann kein Zweifel bestehen, habe ich bei den unzähligen Neurodermitis-Patienten, die in den letzten 25 Jahren in meine Sprechstunde kamen, nur äußerst selten einen angetroffen, bei dem in der Anamnese nicht auch andere von Allergie betroffene Familienmitglieder auszumachen waren.

Für mich ist dieser Erbfaktor mit einer Allergie verbunden, und zwar mit einer Nahrungsmittelallergie, die als Basis die Kuhmilch betrifft, sich dann allerdings weiter ausbreitet auf andere Nahrungsmittel wie Weizen, Mais, Karotten, Äpfel, Eier, Zitrusfrüchte, Nüsse, Fisch, Gewürze und vieles mehr. Das Allergenspektrum ist individuell verschieden und hängt auch davon ab, was besonders häufig auf dem Speiseplan steht.

Da eine Allergie eine Fehlfunktion des Immunsystems darstellt, spielt dieses dabei naturgemäß eine entscheidende Rolle.

3. Können die Betroffenen denn selbst merken, was sie nicht vertragen?

Nur bedingt, denn ein Charakteristikum der Nahrungsmittelallergie ist, dass sie versteckt abläuft. Da in jeder üblichen Ernährung täglich mehrere Allergene vorkommen, überschneidet sich deren Auswirkung als Sofort- oder Spätreaktionen zu einem undurchsichtigen “Potpourri”! Außerdem gibt der Körper bei täglich gegessenen Nahrungsmitteln wie beispielsweise Kuhmilchprodukten oder Weizen kein erkennbares Signal mehr. Ein Zusammenhang des Hautzustandes mit dem Essen ist von den Betroffenen also eigentlich nur dann zu erkennen, wenn für einige Zeit alle (!) unverträglichen Nahrungsmittel weggelassen werden, die Haut abheilt oder sich sichtlich verbessert und dann ein unverträgliches Nahrungsmittel gegessen wird.

In der allergenfreien Zeit hat sich, wie es mit dem Fachausdruck heisst, die Allergie demaskiert und gibt sich jetzt deutlich in einem Wiederaufflackern der Hautrötung zu erkennen.

4. Daraus könnte man folgern, dass Sie einer allergenfreien Ernährung in der Therapie der Neurodermitis den Vorrang einräumen?

So ist es. Die Schwierigkeit besteht nur darin, die versteckten Nahrungsmittel-Allergene zu entlarven. Erfahrungsgemäß helfen die klassischen Untersuchungsmethoden wie Prick-, Rast- oder Epicutantest wegen ihrer eingeschränkten Zuverlässigkeit bei der Lebensmitteltestung nicht recht weiter. Besser ist der IgG4-Test, der ja in den letzten Jahres des öfteren eingesetzt wird. Eine hundertprozentige Sicherheit lässt sich damit - ganz abgesehen von relativ hohen Kosten - jedoch auch nicht erreichen.

Die Naturheilkunde bietet feinenergetische Testmethoden wie beispielsweise die Elektroakupunktur nach Voll, Bioresonanztestung und Kinesiologie an. Letztere hat sich in meiner Praxis besonders bewährt.

5. Zahlreiche Betroffene, bzw. deren Eltern sagen: “Wir haben ernährungsmüßig schon alles versucht, es hat nichts gebracht!”

Der Erfolg der Ernährungsumstellung hängt nicht nur von einer zuverlässigen Testung ab, sondern auch von einer nachfolgenden individuellen Ernährungsberatung. Meinen Patienten empfehle ich nicht nur das Weglassen der nichtverträglichen Nahrungsmittel, sondern die Verwendung der verträglichen im Rotationsprinzip. Das heißt, es darf nur alle 4 Tage dasselbe gegessen werden, um zu verhindern, dass zu häufigen Genuss ein ursprünglich verträgliches Nahrungsmittel ebenfalls zu einem Allergen wird.

6. Klingt das nicht ziemlich kompliziert?

Das mag in der Tat auf den ersten Blick so erscheinen. Mein Ziel ist jedoch ein möglichst rascher Erfolg, und der lässt sich nach meiner Erfahrung nur mit dieser konsequenten allergenfreien Diät erreichen. Bei dem hohen Leidensdruck der Patienten habe ich selten Schwierigkeiten, sie dazu zu motivieren.

7. Warum erkranken so häufig Kinder an der Neurodermitis, ein Säugling kann ja beispielsweise noch nicht soviel unverträgliche Lebensmittel zu sich genommen haben?

Die Sensibilisierung beginnt bei einer erblichen Allergieveranlagung bereits im Mutterleib und später über die Muttermilch. Es ist deswegen auch völlig verkehrt, in solchen Fällen einer werdenden oder stillenden Mutter dazu zu raten, viel Kuhmilch zu trinken. Vielmehr muss die Mutter während des Stillens die ausgetestete Diät einhalten. Kurioserweise sind Karotten ein häufiges Allergen, ein Grund, weswegen die Neurodermitis oft mit dem Füttern der Breikost ausbricht. Wenn nicht gestillt werden kann, empfiehlt sich eine hypoallergene Säuglingsnahrung, die von vielen Firmen angeboten wird. Dabei haben Nutramigen oder Pregestinil von allen am wenigsten Restpotential.

8. Warum verschwindet die Neurodermitis im späteren Leben oft wieder, sodaß prozentual weniger Erwachsene betroffen sind?

Die Erbanlage einer Allergie bleibt lebenslang bestehen. Das heißt aber nicht, das deswegen immer Symptome bestehen müssen. Wir alle haben viele Erbanlagen, die oft stumm bleiben können - zuweilen über das ganze Leben oder über große Zeiträume.
Häufig wechselt die Allergie aber auch die Ebene. Da verschwindet die Neurodermitis als erste Manifestation, dafür treten Heuschnupfen oder Asthma auf. Was viele nicht wissen: mit einer versteckten Nahrungsmittelallergie können nämlich auch so verschiedene Krankheiten zusammenhängen wie Migräne, Magen- Darmerkrankungen wie Verstopfung, Durchfälle, Colitis Culcerosa, Morbus Crohn, Depressionen, rheumatische Gelenkbeschwerden, Psoriasis, Übergewicht, Überaktivität bei Kindern, Reizblase, laufende Nase, chronische Nebenhöhlenentzündungen. Das gilt auch für vielerlei Befindlichkeitsstörungen wie Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Frieren von innen heraus, Reizbarkeit oder Angstzustände.
Bei all diesen Erkrankungen hat man mit der allergenfreien Diät oft den gleichen Erfolg wie bei der Neurodermitis.

9. Die allergische Erbanlage hat es vermutlich schon immer gegeben. Warum ist die Häufigkeit der Neurodermitis und anderer Allergien seit den 80er Jahren so sprunghaft angestiegen? Hat das etwas mit unserer zunehmenden toxischen Belastung zu tun?

Daran besteht für mich kein Zweifel. Bedenkt man, mit wie viel zigtausend verschiedenen Chemikalien unser Körper im Gegensatz zu früher heute fertig werden muss, braucht man sich nicht zu wundern, dass er damit überfordert ist und das Immunsystem aus der Balance gerät. Das fängt bei Konservierungsmitteln und Duftstoffen in Körperpflegemitteln an, geht über Wohngifte, Putzmittel, Autoabgase bis zu den naturfremden Stoffen, die wir täglich im Essen und in Getränken zu uns nehmen. Dazu gehören die zahlreichen Zusatzstoffe, mit denen die in ”Food-Designer” uns beglücken, um Konsistenz, Aussehen, Geschmack und Haltbarkeit unserer Speisen zu verbessern. Ganz zu schweigen von den erheblichen Pestizidrückständen. Für mich ist dies auch der Hauptgrund, weswegen die Allergiefrequenz in den neuen Bundesländern sich seit der Wende unserem Niveau angeglichen hat.

10. Welche Ratschläge geben Sie Ihren Patienten denn in dieser Situation?

Zunächst sollte jeder, besonders aber der Allergiker, seinen Blick schärfen für diese Gesundheitsgefahren aus der Umwelt und diese vermeiden, wo immer es geht. Putzen mit natürlichen Mitteln wie Essigessenz, Schmierseife oder Ema, einem raffinierten Mittel mit effektiven Mikrobakterien (www.em-effektive-mikroorganismen.de) Körperpflegemittel ohne Duft oder Konservierungsmittel, Verzicht auf Parfum, Wohnungen ohne Chemikalien (z.B. Teppichkleber oder Formaldehyd in Möbeln).
Ganz wichtig aber ist mir der Verzicht auf Fertignahrungsmittel mit Zusatzstoffen. Meine Patienten haben sich daran gewöhnt, dass sie - wie ihre Großmütter - was in ihren Töpfen, ihrer Wurst oder ihrem Brot (!) enthalten ist und bleiben auch nach Abheilen der Neurodermitis dabei. Das gilt auch für Getränke. Wasser in ausreichender Menge und guter Qualität ist besser als Limonaden - oder Cola-Getränke, die außer viel Zucker einen wahren Chemikalienmix enthalten. So läßt sich auch mancher Euro sparen, der besser in Gemüse und Obst aus ökologischen Anbau und Fleisch aus naturgemäßer Zucht angelegt ist. Lieber einfacher und weniger essen, sich dafür aber bessere Qualität gönnen!

11. Wieweit spielt heute auch ein Mangel an Vitalstoffen in der Nahrung ein Rolle?

Bedenkt man, dass pro Sekunde (!) über 30.000 verschiedene Stoffwechselprozesse in unserem Körper ablaufen, für deren reibungsloses Funktionieren Vitamine und Vitalstoffe benötigt werden, so erstaunt es nicht, dass es gesundheitlich bei vielen Menschen hapert und die Allergien zunehmen. Statistiken zeigen, dass die Vitalstoffe in unserem Obst und Gemüse in den letzten 10 bis 20 Jahren teilweise bis zu 75 % abgenommen haben. Eine alarmierende Nachricht! Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt deshalb vier bis fünf mal täglich Obst oder Gemüse zu verzehren. Persönlich gleiche ich dieses Defizit mit Cellagon aurum aus, einem Konzentrat aus Obst und Gemüse aus biologischem Anbau. Es tut auch meinen Patienten gut, allerdings erst zu einem
späteren Zeitpunkt der Behandlung, wenn viele der anfänglich unverträglichen Nahrungsmittel durch deren Weglassen wieder verträglich geworden sind.

12. Heißt das denn, dass die Nahrungsmittelallergie wieder zurückbilden kann? Und wie lange muß die Diät eingehalten werden?

In der Tat erholt sich das Immunsystem wieder, wenn es von der Belastung durch unverträgliche Nahrungsmittel befreit wird. Nach 6 Wochen können manche Nebenallergene wieder vertragen werden, wie Reis, Mais, Roggen, Banane, Ziegen- und Schafsprodukte. Bei meinen Patienten richte ich mich dabei nach einer Nachtestung alle sechs bis acht Wochen. Auf das Trinken von Kuhmilch, empfehle ich, auf Dauer zu verzichten.

13. Im Zusammenhang mit der Neurodermitis wird häufig auf die Darmflora hingewiesen, ist es sinnvoll, hier auch therapeutisch einzugreifen?

Ja, denn 70 % des Immunsystems sitzen erstaunlicherweise in der Darmwand.
Bei einer Störung der Darmflora, also der Lactobazillen oder Bifidumbakterien kommt es zu einer Störung des Darmmilieus. Die Darmwand wird dadurch durchlässiger für Nahrungsmittelallergene. Ausserdem siedeln sich in diesem Fall oft Candidapilze an, die die Allergie verstärken können. Nach meiner Erfahrung werden sie am schnellsten durch Nystatinhaltige Präparate beseitigt, wonach der Wiederaufbau der Darmflora durch entsprechende Mittel gefördert werden sollte. Oft heilt die Haut erst ab, wenn die Candidapilze im Darm beseitigt sind, auch schon bei Säuglingen. Im übrigen sprießen die Pilze nicht nur durch die Pille oder Antibiotika, sondern vor allem durch den heute üblichen exzessiven Konsum an Zucker, Keksen, Kuchen, und Süßigkeiten, - ein Umstand, den ich als Körperverletzung bezeichne.

14. Welche Ratschläge sollten Patienten oder deren Eltern sonst noch beherzigen?

Vermeiden aller Faktoren, die die Allergie auslösen, die Haut reizen und den Juckreiz verstärken, Also: keine Haustiere, Bekämpfung der Hausstaubmilbe, wobei sich besonders ein Schutz mit einem milbendichten Matratzenüberzug (Encasing) bewährt hat, Bettzeug aus waschbaren Synthetikmaterial, speziell für Allergiker verträgliche Waschmittel, z. B. Persil.sensitiv. Meine Patienten haben auch gute Erfahrungen mit indischen Waschnüssen gemacht, die in einem kleinen Beutel in die Waschmaschine gegeben werden, sodaß keine Chemikalien möglich sind. Verzicht auf Weichspüler! Keinen Kontakt mit Wolle, oder kratzigen Stoffen. Manchmal führen auch die Farben pink oder schwarz zu Hautreizungen. Baumwolle ist zwar gut verträglich, sollte aber vor dem ersten Tragen dreimal gewaschen werden, um darin enthaltene Schadstoffe zu entfernen. Cremes, Salben, Kosmetika müssen als Auslöser verdächtigt werden. Auch wen sie über lange Zeit vertragen wurden, kann man sich dagegen irgendwann sensibilisieren.

15. Stress, Trauer und nervliche Belastungen können Neurodermitisschübe auslösen, berichten viel Betroffene. Prof. Steimann (siehe Naturarzt 2/2005) behauptet gar, Stress sei die Ursache und jede Neurodermitis-Therapie müsse da ansetzen. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Die neue Forschungsrichtung der Neuropsychoimmunologie bestätigt die enge Verbindung von Nerven- und Immunsystem. So können psychische Belastungen zweifelsohne die Neurodermitis verstärken oder einen Schub auslösen, genauso wie man durch Stress verschiedenster Art infektanfällig werden kann, oder schlimmstenfalls der Entwicklung von Krebs Vorschub geleistet wird. Es handelt sich aber jedoch immer nur um die Verstärkung einer vorbestehenden Ursache, im Fall der Neurodermitis einer Allergie. In der Beurteilung des Stellenwertes von Stress bin ich damit zwar anderer Meinung als Prof. Stemmann. Das soll aber nicht heißen, dass ich nicht wie er der Meinung bin, dass bei einer Neurodermitis Stress-Abbau in jedem Fall von großer Wichtigkeit ist. Bewährt haben sich dabei Entspannungsübungen wie Yoga, Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, natürlich aber auch die Vermeidung von Überarbeitung und das Auflösen von Konfliktsituationen.

16. Während die schulmedizinische Dermatologie die Neurodermitis selbst für unheilbar hält und gegen Juckreiz und Ekzem lediglich Salben verordnet, setzt die Naturheilkunde auf Heilung von innen. Welche alternativen Verfahren haben sich nach Ihrer Erfahrung bewährt?

Wie schon gesagt, lautet mein erster Therapieschritt: den Körper von allemn befreien was ihn belastet! Darüber hinaus bietet die Naturheilkunde jedoch etliche wertvolle Methoden, um das durch die Krankheit aus der Balance geratene körpereigene Regulationssystem zu stärken und den “inneren Arzt” zu unterstützen.
Hier sei zunächst die Homöopathie genannt. Kleinere, mehr auf der körperlichen Ebene wirksame Mittel bessern den Juckreiz und unterstützen die Abheilung der Haut. Erfahrene Homöopathen werden das tiefergreifende Konstitutionsmittel einsetzen, das für jeden Patienten individuell ermittelt wird.

Persönlich setze ich auch gern die Regena-Therapie ein, eine Ganzheitsbehandlung mit verschiedenen homöopathischen Komplexmitteln. Wie bei einem Baukastensystem lassen sich damit die Ausscheidungsorgane, also Niere, Darm und Lymphsystem unterstützen, eingelagerte Gifte und Toxine lösen, die Durchblutung steigern und eine Stabilisierung und Erneuerung auf der Zellebene erreichen.
Die Bioresonanz-Therapie arbeitet mit körpereigenen Schwingungen, die über Elektroden an den Handflächen abgenommen werden, in einem entsprechenden Gerät verändert und als Heilimpuls an den Körper zurück gegeben werden. In diesen Schwingungskreis lassen sich auch Allergenen eingeben, so dass nach mehrmaliger Behandlung Nahrungsmittel schneller wieder verträglich werden als lediglich durch deren Weglassen. Auch diese Therapie hat sich bei der Neurodermitis durchaus bewährt.
Aus dem Gebiet der Phytotherapie sei an dieser Stelle das Schwarzkümmelöl genannt. Gerade bei Allergien, wie im übrigen auch bei Heuschnupfen, hat es einen günstigen Einfluss auf die überschiessende Funktion des Immunsystems.
Die Laser-Akkupunktur leistet ebenfalls gute Dienste, um den gestörten Energiefluss wieder herzustellen. Nadeln verbieten sich meist bei der empfindlichen Haut der Neurodermitiker wie allemal auch bei Kindern.
Natürlich wirken sich auch Klimakuren gut aus, für Erwachsene auch die Schrothkur.

17. In der Schulmedizin wurden früher und auch heute noch Kortisonsalben eingestzt. Viele Eltern sind deswegen beunruhigt. Auch die neueren Salben (Tacrolimus/Pimecrolimus) scheinen nicht so unproblematisch wie lange gedacht. Auf der anderen Seite möchten Eltern für ihr unter massiven Juckreiz leidenden Kind auch eine lokale Hilfe bekommen. Wie stehen Sie dazu?

Selbstverständlich muss bei einer Neurodermitis auch die entzündete, juckende, und durch ihre Trockenheit spannende Haut behandelt werden.
Kortisonsalblen ebenso wie Cremes mit den oben genannten Substanzen unterdrücken lediglich die Entzündungsreaktion der Haut. Zwar befreien sie oft schnell vom Juckreiz und lassen die Rötung abblassen, die Erleichterung ist aber meist nur von kurzer Dauer, flammt das Ekzem doch nach Welassen der Salben meist wieder auf - oft schlimmer als zuvor. Sie kommen deshalb nach meiner Auffassung lediglich für ganz kurze Zeit als Notbremse in Frage, wenn der Patient die quälenden Symptome gar nicht ertragen kann.
Von großer Bedeutung ist für die Lokalbehandlung die Tatsache, dass sich auf der abwehrschwachen Haut des Neurodermitikers sehr häufig Bakterien (z.B. Sthaphylokokken) niederlassen und vermehren. Diese geben Giftstoffe ab, die zu Entzündung und einem massiven Juckreiz führen. Ein Zeichen dafür ist oft das Nässen der Haut z.B. hinter den Ohren, an Hals, Kniekehlen und Ellenbeugen, bei Babys an den Wangen. Dies erfordert eine Creme oder Salbe, die die Bakterien abtötet, was of langwierig ist, da die Übeltäter sic in den tiefen Hautschichten aufhalten, die von der aussen aufgetragenen Salbe oft schwer erreicht werden. Der erfahrene Therapeut wird zu einer Lokalbehandlung raten, die die Bakterien abtötet. Das gleiche gilt auch für Pilze.
Später genügen Pflegeprodukte, z.B. mit Harnstoff oder naturheilkundlich mit Propoles oder Aloe.
In meiner Praxis hat sich das Aufsprühen von kolloidalem Silber bewährt, das sowohl Pilze und Bakterien angreift. Den selben Effekt hat Auch Silberwäsche, die sich wunderbar trägt und unter der Juckreiz und Rötung of rasch zurückgehen (z.B. Firma Pedicare)

Dr. med. Sigrid Flade • Ärztin • Naturheilverfahren • Telefon:  089 - 23 88 52 58